Als wäre ich Papier

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Vier Geschwister, keine Eltern, ein Hochhausdach. Die Kommunikation ebenso reduziert, wie die Zukunftspläne der Jugendlichen.  Ein Sog in die Tiefe jugendlicher Ängste und Sehnsüchte, ständig begleitet vom dem Spiel der Geschwister am Rande des Hochhausdaches. Alles dreht sich um die gemeinsame Vergangenheit der Familie, und zwischen Höhenangst und Fallsucht, zwischen Abheben und Abstürzen, drängen sich Fragen auf, die die Zuschauer nicht mehr loslassen wollen. Was ist passiert? Welches Geheimnis hüten die Geschwister? Welche dunkle Geschichte rankt um die jüngste Schwester?

Zitat:

Alle hier tun so, als ob man leben könnte, wo man doch sterben muss. Ihr lügt doch! Ihr macht euch was vor! Ihr versteht nichts, gar nichts. Du läufst und du vergisst alles. Das Unglück, die Lügen. Alles Leid, das um dich ist. Ich will gar nichts werden, ich will nur laufen, sonst nichts…

Synopsis
Liz ist die Kleinste von vier Geschwistern, die ihre Kindheit miteinander verbringen. Spielen, ein altes Haus entdecken, Pfannkuchen backen, einen Wohnwagen haben, in dem die Waschbecken den Erwachsenen an die Knie reichen. Irgendwann sind die Betten und Waschbecken zu klein, die Kinder sind herausgewachsen. Und Liz, die Kleinste, tobt, daß sie nicht groß werden will. Sie wird immer 15 bleiben. Oder nicht?

Was passiert an diesem Tag am See? Liz ist alleine dort hingegangen, wollte Eislaufen und hat einem Jungen das Leben gerettet. Dieser Junge wird sich später eine Kugel in den Kopf schießen. Er bringt sich um: »Das Leben ist schön«, schreibt er zum Schluß, »aber die Welt ist schlecht«. Liz verinnerlicht den Satz und zieht ihre Schlüsse. Sie nimmt ihrer Schwester Ruby zwar nicht den Freund weg, so wie Ruby das fürchtet. Aber sie nimmt alle anderen Jungen.

Als Liz noch kleiner ist, da spielt sie in der Schule »Pünktchen und Anton«. Sie ist das Pünktchen, Bruder Vinc ihr Anton. Liz ist wunderschön, sie strahlt, scheint leicht wie Papier. Später wird die Mutter sagen: »Es hätte der Himmel werden sollen, aber es ist die Hölle geworden.« Der Vater hat die Familie verlassen, und keiner hat es richtig gemerkt. Liz nimmt Drogen, klaut, braucht Geld, verschwindet nächtelang, da hilft kein Hausarrest mehr. »Was ist mit dir?«, fragt Vinc. »Nichts«, sagt Liz, »ich bin nur jung, das ist alles.«

Aus dispositionellen Gründen wird das Preisträgerstück Kategorie Jugendtheater "Als wäre ich Papier" von Daniela Dröscher nicht in Mainz uraufgeführt, sondern am Kinder- und Jugendtheater in Speyer. Termin der Uraufführung ist der 12. März 2011.